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Coronavirus, Schwangerschaft und Ihr BabyCoronavirus, Schwangerschaft und Ihr Baby

Coronavirus, Schwangerschaft und Ihr Baby

Wie signifikant ist das vom neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) ausgehende Risiko für Mutter und Kind?


Nachstehend finden Sie eine Zusammenfassung der neuesten Erkenntnisse zum Coronavirus, der Symptome der Erkrankung und der Auswirkungen für schwangere Frauen, ungeborene Babys und Kinder (aktualisiert: 16.03.2020).

1. COVID-19/SARS-CoV-2 – Symptome und Fortschreiten der Erkrankung
Es gibt derzeit keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. Die einzige Möglichkeit, die derzeit besteht, ist die Behandlung der Symptome. Im Falle einer Infektion ist es sinnvoll, sich professionelle medizinische Hilfe zu suchen, um zu verhindern, dass sich schwerwiegende Symptome entwickeln. Um eine Übertragung der Erkrankung auf andere zu vermeiden, sollten Patienten, die glauben, die Infektion zu haben, die entsprechende medizinische Notfallrufnummer anrufen und die Ratschläge befolgen, die sie dort erhalten. Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt durchschnittlich 5–6 Tage (sie kann aber irgendwo zwischen 1–14 Tagen liegen).

Gemäß dem Robert-Koch-Institut sind die Symptome der Erkrankung die folgenden:

  • Fieber – 80 % der Fälle
  • Husten – 60 % der Fälle
  • Kurzatmigkeit – fast 20 % der Fälle
  • Halsschmerzen, Muskel-/Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen – weniger als 20 % der Fälle
  • In seltenen Fällen: Durchfall, Übelkeit, Niesen und laufende Nase

Der Krankheitsverlauf ist jedoch von Person zu Person sehr unterschiedlich, er reicht von Fällen ohne jegliche Symptome oder einem leichten Husten bis hin zu Fällen, die zu schwerwiegenden Atemproblemen, multiplem Organversagen oder sogar Tod führen. Nachstehend lesen Sie, was wir derzeit über das Fortschreiten der Krankheit wissen, hauptsächlich basierend auf Daten aus China:

 

  • Bei 80 % der Patienten verläuft die Erkrankung leicht bis mittelschwer.
  • Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs ist bei Patienten ab 60 Jahren
  • und Patienten mit schweren Langzeit-Grunderkrankungen höher.
  • Unter 20-Jährige machen 2,4 % der Fälle aus (in China), was darauf schließen lässt, dass sie viel weniger wahrscheinlich betroffen sind, aber sie können das Virus trotzdem an andere Risikogruppen übertragen.
  • Es gibt auch einige Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf bei Patienten außerhalb der Risikogruppen.
  • Bei den meisten Kindern scheinen nur leichte Symptome aufzutreten.
  • Es gibt derzeit keine Beweise, die darauf hinweisen, dass der durch das Coronavirus hervorgerufene Krankheitsverlauf bei schwangeren Frauen schwerwiegender ist.
  • Angesichts der Tatsache, dass sich das Immunsystem im Laufe der Schwangerschaft verändert, ist es jedoch möglich, dass Schwangere anfälliger für eine Infektion sind.
  • Maßnahmen sollten auch ergriffen werden, um eine Infektion zu vermeiden, da wir derzeit nicht wissen, was die langfristigen Auswirkungen sein werden (z. B. Schädigung der Lunge).

 

Man geht derzeit davon aus, dass das Virus sich in der Hauptsache durch Atemtröpfchen verbreitet. Es kann auch durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen verbreitet werden, obwohl man derzeit noch nicht weiß, wie signifikant diese Übertragungsform im Hinblick auf die Gesamtzahlen ist. Bekannt ist jedoch, dass das Virus mehrere Stunden auf Oberflächen überleben kann, es sei denn, es wird durch Oberflächenreinigung mit einem Desinfektionsmittel abgetötet.

Es gibt derzeit keine Beweise dafür, dass COVID-19 auf den Fötus übertragen werden kann, oder dass die Krankheit bei Schwangeren schwerwiegender ist.

Die STIKO (die deutsche Ständige Impfkommission) empfiehlt daher, dass schwangere Frauen sich gegen Grippe impfen lassen sollten (trotz der Tatsache, dass wir derzeit das Ende der Grippesaison erreichen), um eine Infektion sowohl mit dem Grippevirus als auch dem Coronavirus zu vermeiden.

2. Kann ich das Coronavirus auf mein Baby übertragen?
Es gibt derzeit keine Beweise dafür, dass das Coronavirus von der Mutter auf das Kind im Mutterleib übertragen werden kann. Der Grund hierfür ist, dass das Virus in Lunge und Darm und nicht im Blut am aktivsten ist, sodass nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Übertragung auf das Baby besteht.

Bis heute wurde das Virus NICHT in der Muttermilch, dem Nabelschnurblut oder dem Fruchtwasser von infizierten Müttern nachgewiesen.

Es gibt einige wenige Fälle von mit SARS-CoV-2/COVID-19 infizierten Babys; es ist jedoch nicht möglich, nachzuweisen, ob das Virus vor, während oder nach der Geburt übertragen wurde.

3. Empfehlungen für Schwangere/Mütter:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife für mindestens 30 Sekunden.
  • Vermeiden Sie soweit wie möglich, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  • Lassen Sie sich gegen Grippe impfen (falls erforderlich), um eine doppelte Infektion zu vermeiden.
  • Gesichtsmasken werden nur für mit dem Coronavirus infizierte Schwangere empfohlen, um zu vermeiden, dass die Erkrankung auf andere übertragen wird.
  • Gesichtsmasken allein bieten dem Träger keinerlei Schutz. Es ist sehr viel wirksamer, sich regelmäßig die Hände zu waschen, Kontakt mit anderen zu vermeiden und soziale Distanzierung („Social Distancing“) zu praktizieren.
  • Sie können Ihr Baby weiterhin stillen.
  • Vermeiden Sie öffentliche Verkehrsmittel.
  • Es ist notwendig, dass Sie sich wie alle anderen auch an die offiziellen Beschränkungen im Hinblick auf Ihren Bewegungsraum und Ihre täglichen Aktivitäten halten. Auch wenn es in Ihrem Gebiet keine Beschränkungen gibt, sollten Sie so weit wie möglich zu Hause bleiben und jeglichen nicht notwendigen Kontakt zu anderen vermeiden. Auch wenn es scheint, dass die Erkrankung bei Schwangeren nicht schwerwiegender ausfällt, besteht dennoch ein Risiko, und Sie könnten die Infektion unwissentlich auf andere übertragen, auch wenn Sie sich nicht unwohl fühlen.
  • In Österreich empfehlen die Richtlinien, dass Kontrolluntersuchungen für gesunde Schwangere, wie die im Mutter-Kind-Pass beschriebenen, verschoben werden sollten. Impfungen können verabreicht werden(aktualisiert: 16.03.2020).

 

Wie bei allen Informationen zum Coronavirus ist es wichtig, daran zu denken, dass es immer noch sehr wenige Daten gibt und wenige Studien durchgeführt worden sind, sodass es auf viele Frage keine endgültige Antwort gibt. Die beste Vorgehensweise ist daher für jeden, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Es besteht kein Grund zur Panik, aber insbesondere schwangere Frauen dürfen den Ernst der Lage nicht unterschätzen. Es ist erforderlich, alle Reisewarnungen und Beschränkungen zu befolgen.

Einige Menschen halten die in unterschiedlichen Regionen auferlegten Beschränkungen angesichts der geringen Fallzahlen für eine Überreaktion. Die Gefahr ist jedoch, dass das Coronavirus sich sehr schnell verbreiten könnte, da es so infektiös ist. Wenn es zu vielen Menschen gleichzeitig schlecht geht, werden die Intensivstationen überlastet und können nicht alle Patienten behandeln, weil es zum Beispiel nicht genug Beatmungsgeräte gibt. Sie werden auch keine ausreichenden Kapazitäten haben, um andere medizinische Notfälle zu behandeln.

Es ist daher entscheidend, dass Sie auf sich und Ihre Angehörigen aufpassen, sodass es nicht zu dieser Situation kommt.

Hinweis: Die bereitgestellten Informationen stammen aus März 2020. Da sich der Wissensstand über SARS-CoV-2/COVID-19 kontinuierlich ändert, können wir die Aktualität der Informationen nicht gewährleisten. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Arzt!

Quellen:

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30360-3/fulltext

www.youtube.com/watch

wien.orf.at/stories/3039253/

www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/coronavirus-das-sollten-eltern-und-schwangere-wissen/211680

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