Stillen & Babyernährung

Muttermilch - Babies „Superfood“

Mit MAM-Expertin Univ.Prof. PD.Dr. Nadja Haiden


Chiasamen, Goji-Beeren, Acai – das Prädikat „Superfood“ wird vielfältig verwendet. Doch was ist das Superfood für Babys? Ganz klar: die Muttermilch! Ob ÄrztInnen, Hebammen oder StillberaterInnen – sie alle sind sich einig: Stillen ist das Beste für das Baby. Eine wichtige Rolle dabei spielen zum Beispiel Abwehrstoffe und Hormone wie Leptin. Wie sie aus der Muttermilch einen wahren, gesundheitsfördernden Zaubertrank machen? Das und noch mehr erfährst du in diesem Artikel. 

Muttermilch enthält eine Vielzahl verschiedener, perfekt abgestimmter Nährstoffe, die den Bedarf des Babys während der ersten Lebensmonate abdecken und so für eine optimale Ernährung sorgen. Zu diesen Nährstoffen gehören Eiweiße, Fette und Kohlehydrate sowie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.
Nicht umsonst wird Muttermilch als flüssiges Gold bezeichnet. Das Geniale daran? Jede Muttermilch ist von Natur aus individuell genau auf das eigene Baby abgestimmt.


Die wertvollen Bestandteile von Muttermilch auf einen Blick: 

Nährstoffe:

Die perfekte Nährstoffabstimmung der Muttermilch sorgt dafür, dass der Stoffwechsel des Babys trägt zur richtigen Programmierung des Stoffwechsels bei. Langfristig führt diese zu einem Schutz vor Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck.


Abwehrstoffe:

Muttermilch enthält eine Vielzahl von Zellen und Botenstoffen, die das Immunsystem ausbilden und trainieren sowie die kindliche Abwehr im Kampf gegen Infekte unterstützen. Diese Zellen sind zum Beispiel unterschiedliche weiße Blutkörperchen- also lebende Zellen- die in der Lage sind Krankheitserreger zu bekämpfen. Kinder, die Muttermilch erhalten, haben daher weniger Infektionen der Atemwege, weniger Durchfall und weniger Ohrenentzündungen im Vergleich zu Kindern, die mit Milchfertignahrungen gefüttert werden.


Wachstumsfaktoren und Hormone:

Diese Inhaltsstoffe lassen Organe und einzelne Gewebe reifen, unterstützen das gesunde Wachstum und regulieren den Hormonhaushalt. Die Hormone Leptin und Grehlin sind zum Beispiel für die Regulation von „satt“ und „hungrig“ zuständig. Das richtige Zusammenspiel dieser beiden Hormone ist essentiell für ein gesundes Hunger und Sättigungsgefühl.


Verdauungsenzyme und Transportbotenstoffe:

Muttermilch ist für das Baby besonders leicht verdaulich. Das liegt vor allem an den Verdauungsfermenten, die in der Muttermilch enthalten sind. Etliche Verdauungsenzyme für Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate werden gleich mit der Muttermilch mitgeliefert, was die Aufspaltung und Verarbeitung der Nährstoffe erleichtert. Die ebenfalls enthaltenen Transportbotenstoffe sorgen dafür, dass Vitamine wie Vitamin B12 oder auch Eisen gut aufgenommen werden.


Pro und Präbiotika:

Muttermilch enthält viele verschiedene Arten von Milchsäurebakterien - sogenannte Probiotika, die für den Aufbau einer gesunden Darmflora sorgen. Sie hemmen das Andocken von Bakterien und Viren an die Darmschleimhaut und schützen so dein Baby vor Magen-Darminfektionen und Durchfall. Die enthaltenen Präbiotika, also unverdauliche Zucker, haben die Aufgabe die Milchsäurebakterien zu ernähren- sie dienen quasi als „Futter“ für die Probiotika. Außerdem haben einige Präbiotika ebenfalls die Eigenschaften, das Wachstum von krankheitsauslösenden Keimen zu hemmen.


Nukleotide und Stammzellen:

Nukleotide sind Bausteine für unsere Erbinformation und daher wichtig für unseren Körper. Neben diesen Bausteinen enthält Muttermilch auch Stammzellen aus denen sich nahezu alle Körpergewebe - also Nervengewebe, Organgewebe, Blutzellen usw. - bilden können.


Zusammenfassend kann man also sagen, dass Muttermilch ein einzigartiges, gesundheitsförderndes Superfood für Babys ist.

MAM Expert

DR. NADJA HAIDEN

Univ. Prof. PD. Dr. Nadja Haiden, Msc. ist Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde an der Medizinischen Universität Wien und hat sich auf Neonatologie spezialisiert. 

Sie leitet eine Forschungsgruppe, die sich mit der Ernährung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen beschäftigt und ist Vorsitzende der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde.

Fotos:
Shutterstock
Natascha Kanta 

Quellen:
Dieterich CM et al. Breastfeeding and health outcomes for the mother-infant dyad. Pediatr Clin North Am. 2013 Feb;60(1):31-48. doi: 10.1016/j.pcl.2012.09.010. Epub 2012 Nov 3.
Uvnas-Moberg K, Petersson M. Oxytocin, a mediator of anti-stress, well-being, social interaction, growth and healing. Z Psychosom Med Psychother. 2005;51(1):57-80.
Victora CG et al. Breastfeeding in the 21st century: epidemiology, mechanisms, and lifelong effect. Lancet. 2016;387(10017):475-490.
Hassiotou F, Hartmann PE. At the Dawn of a New Discovery: The Potential of Breast Milk Stem Cells. Adv Nutr. 2014 Nov; 5(6): 770–778. Published online 2014 Nov 3. doi: 10.3945/an.114.006924

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