Mutter und neugeborenes Baby im Bett

Stillen & Babyernährung

SIDS & Stillen

Mit MAM-Experte Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer


Der plötzliche Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) bereitet vielen Eltern Sorgen. Weltweit werden verschiedene Massnahmen zur Vorbeugung empfohlen. Wie wichtig das Stillen ist, erklärt MAM-Experte Prim. Univ.-Prof. Karl Zwiauer, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum St. Pölten (AT) und Mitglied der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.

Warum hilft Stillen gegen SIDS?

„Gestillte Babys wachen leichter auf, da die Aufwach-Schwelle niedriger ist – das ist vielleicht ein Nachteil für Eltern, weil Babys dadurch tendenziell öfter aufwachen, für die Kinder aber etwas sehr Positives.“, versucht Prim. Univ.-Prof. Karl Zwiauer auch schlaflosen Nächten etwas Gutes abzugewinnen. Die Gefahr des gefährlichen Atemstillstands, wie er beim plötzlichen Kindstod vorkommt, wird dadurch gesenkt. Ausserdem schlafen Stillkinder häufig bei den Eltern im Zimmer. Am sichersten ist das in einem eigenen Bett bzw. Beistellbett, aber jedenfalls in der Nähe der Eltern.

Wie viel Stillen hilft gegen SIDS?

Dass Stillen das SIDS-Risiko – also die Gefahr, dass das Kind am plötzlichen Kindstod stirbt – reduziert, ist schon länger bekannt. Dies wird auch durch folgende Forschungsdaten bestätigt:
Nach ca. 2 Monaten setzt die schützende Wirkung des Stillens ein und senkt das SIDS-Risiko um 50%! Eine Stillzeit von über 4 Monaten verstärkt den Effekt. Die gute Nachricht ist: auch wenn zwischen Stillen und Flasche gewechselt wird, reduziert sich das Risiko gleichermassen.

Auch folgende weiteren Massnahmen helfen gegen SIDS:

  • Schlafen in Rückenlage
  • Eine sichere Schlafumgebung (feste Matratze, keine Polster und Kuscheltiere im Bett, 18-20° Raumtemperatur, Babyschlafsack statt Decke, eigenes Bett oder Beistellbett)
  • Kein Alkoholkonsum der Eltern
  • Kein Drogen- oder Schlafmittelkonsum der Eltern
  • Kein Zigarettenkonsum der Eltern
  • Einschlafen mit einem Schnuller


Grundsätzliches zum Stillen

„Babys sollen, wenn möglich, in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ausschliesslich gestillt werden.“, empfiehlt Prim. Univ.-Prof. Zwiauer. Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten die beste Nahrung für das Baby. Stillen beugt nicht nur SIDS vor, sondern stellt auch sicher, dass das Kind viel Körperkontakt bekommt.

Richtiges Stillen muss jedoch erlernt werden, da falsches Anlegen häufig zu wunden Brustwarzen führt. Schwangere sollten sich bereits vor der Geburt auf das Stillen vorbereiten. Dafür wird der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses oder einer Stillberatung empfohlen.

Ein Tipp vom MAM Experten Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer: „Nach der Geburt kann es hilfreich sein, bei Stillproblemen eine Stillambulanz aufzusuchen oder sich einer Stillgruppe anzuschliessen. Dort werden Hilfe bei Stillproblemen, gute Tipps von erfahrenen Stillberaterinnen und ein Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern in derselben Situation angeboten.“

Nahaufnahme, Baby trinkt von Mutterbrust

Während der ersten Lebenstage sollte das Baby möglichst oft angelegt werden, um die Brust an das Stillen zu gewöhnen und die Milchproduktion anzuregen. Während der gesamten Stillperiode sollte das Baby entscheiden, wann es trinken möchte.

Mütter haben oft das Gefühl, zu wenig Milch zu haben, weil ihr Baby sehr häufig trinken möchte. Das ist aber meistens nicht der Fall: viele Neugeborene haben einfach ein ausgeprägtes Saugbedürfnis, das alleine durch die Nahrungsaufnahme nicht gestillt werden kann. Sobald sich das Stillen eingespielt hat, kann ein Schnuller daher eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Babys können sehr gut zwischen der Brust und einem Schnuller unterscheiden und beides akzeptieren.


"Stillen verringert das Risiko des plötzlichen Kindstods und fördert den Körperkontakt. Stillen und Schnuller sind kein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung in der SIDS-Vorbeugung"
(Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer) 


Schnuller sollten allerdings niemals dazu verwendet werden, eine Stillmahlzeit hinauszuzögern oder zu verschieben. Das könnte nämlich dazu führen, dass zu wenig Milch produziert wird. Wenn nicht gestillt wird, sollte besonders auf eine altersgerechte Ernährung und ausreichenden Körperkontakt geachtet werden. „Auch beim Füttern mit der Flasche sollte der Säugling möglichst eng am Körper liegen, damit er Wärme und Herzschlag spüren kann.“, rät der Experte allen, die nicht stillen und mit der Flasche zufüttern.


Dr. Zwiauer, Portraitbild

MAM Experte

Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer

Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Universitätsklinikum St. Pölten (AT), Mitglied der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

Fotos: Shutterstock

Quellen: 

Thompson JMD, Tanabe K, Moon RY, Mitchell EA, McGarvey C, Tappin D et al. Duration of breastfeeding and risk of SIDS: an individual participant data meta- analysis. Pediatrics 2017; 140: e20171324.

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