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Die Geburt – Geburtsphasen und Wehen erkennen

mit MAM Expertinnen und Hebammen Anja & Marie


Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet und auch der Geburtstermin des eigenen Kindes immer näher rückt, desto mehr Fragen kreisen im Kopf vieler Frauen herum. Wie wird meine Geburt sein, wie läuft diese ab und wie werden sich die Wehen eigentlich anfühlen, sind sicherlich nur einige davon. In diesem Artikel möchten wir euch deswegen einen Überblick über die einzelnen Phasen der Geburt verschaffen und euch außerdem über das Thema Wehen im Allgemeinen informieren.

Die Geburtsphasen

Die Geburt wird in drei unterschiedliche Phasen unterteilt. Die Eröffnungsphase, die Austrittsphase und die Nachgeburtsphase. Diese sogenannten Geburtsphasen werden deswegen unterschiedlich definiert, weil sie sowohl verschiedenen Zeiträume als auch Prozesse während der Geburt beschreiben. 

Die Eröffnungsphase 

Die Eröffnungsphase wird nochmals in zwei verschiedene Phasen unterteilt. Einmal in die Latenzphase und zum anderen in die aktive Eröffnungsphase. Die Latenzphase startet mit dem Geburtsbeginn, das heißt mit dem Beginn regelmäßiger, schmerzhafter und progressiver Wehentätigkeit. Bei einer Eröffnung des Muttermundes von 4-6 Zentimetern geht sie in die aktive Eröffnungsphase über. Diese beschreibt die Zeitspanne ab einer Muttermunderöffnung von 4-6 cm bis hin zu einer vollständigen Eröffnung des Muttermundes auf 10 cm.


Austrittsphase

Auch die Austrittsphase wird nochmals in zwei verschiedene Phasen unterteilt. Einmal in die latent passive Austrittsphase und die aktive späte Austrittsphase.

Die latent passive Austrittsphase beginnt, wenn der Muttermund auf die vollständigen 10 cm eröffnet ist und das Baby beginnt sich durch das Becken und somit durch den Geburtskanal zu drehen. In dieser Phase wird noch kein Pressdrang, dass heißt das Gefühl aktiv mitzuschieben, verspürt. Dies passiert erst in der nachfolgenden aktiven späten Austrittsphase. Dort setzt der reflektorische Pressdrang ein, der dabei hilft das Kind aktiv zu gebären.


Nachgeburtsphase

Die letzte und abschließende Phase der Geburt, nennt man Nachgeburtsphase. Was viele nicht wissen, obwohl das Baby bereits geboren ist, ist die Geburt an sich für die Geburtshelfer in dieser Zeit noch gar nicht beendet. Das ist erst der Fall, wenn die Plazenta (der Mutterkuchen) vollständig mit ihren Eihäuten geboren wurde. Dies kann bis zu einer Stunde dauern.

Wehen erkennen 

Viele Frauen beschäftigten vor allem gegen Ende der Schwangerschaft das Thema, wie sich eine Wehe anfühlt, wie man diese erkennt und wann die Geburt wirklich los geht.

Was ist überhaupt eine Wehe? 
Eine Wehe ist eine Kontraktion, das heißt ein Zusammenziehen, der Gebärmuttermuskulatur. Diese bereitet den Fetus auf die Geburt vor und hilft schließlich auch dabei ihn zu gebären. Gegen Ende der Schwangerschaft können verschiedene Arten von Wehen mit unterschiedlichen Funktionen auftreten. Welche das genau sind, darauf wollen wir im folgenden Abschnitt genauer eingehen.

Was ist der Unterschied zwischen Senkwehnen und Geburtswehen?

Die Senkwehen
Die Senkwehen sind Wehen, die den Fetus circa ab der 35. Schwangerschaftswoche in Richtung Becken absinken und somit in die Startposition für die Geburt bringen. Diese können von Frau zu Frau ganz individuell wahrgenommen werden. Manche verspüren diese überhaupt nicht, oder wenn dann nur als leichtes hartwerden des Bauches. Andere Frauen hingegen, können diese durchaus auch als regelmäßig, schmerzhaft und über mehrere Stunden anhaltend empfinden. In solchen Fällen, fällt es vielen Frauen gerade beim ersten Kind nicht leicht, diese von Geburtswehen zu unterscheiden. Was viele Frauen aber gleichermaßen auffällt, sind die durch die Senkwehen resultierenden körperlichen Veränderung. Diese können zum Beispiel sein, dass vorhandene Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Sodbrennen, schlagartig besser werden. Aber auch für Außenstehende zeigt sich häufig auf den ersten Blick, dass sich etwas verändert hat, denn der Bauch senkt sich deutlich sichtbar ab.

Die Geburtswehen
Von Geburtswehen spricht man, wenn die einsetzende Wehentätigkeit muttermundswirksam ist. Das bedeutet, dass diese den Gebärmutterhals verkürzen und den Muttermund öffnen.
Auch diese Wehen werden von Frau zu Frau ganz unterschiedlich wahrgenommen. Während manche diese als starkes ziehen in die Leiste spüren, strahlt der Schmerz bei anderen auch bis in den Rücken oder vielleicht sogar in die Beine aus. Wie Geburtswehen generell empfunden werden, kann man daher pauschal nicht sagen, da es sehr individuell ist. Hier auch noch wichtig zu wissen, auch von Geburt zu Geburt, können diese anders wahrgenommen und empfunden werden.

Wie unterscheidet man nun die Senkwehen von den Geburtswehen? 
Wie bereits geschrieben, sind diese für mache Frauen gar nicht so einfach voneinander zu unterscheiden. Diese können sich nämlich sowohl in ihrer Frequenz, als auch in der Intensität ähnlich wie Geburtswehen anfühlen. Das sorgt nicht selten für Verunsicherung, vor allem bei den Frauen, die ihr erstes Kind erwarten. Um ganz sicher zu sein, sollte man sich bei Unklarheiten immer an seinen Frauenarzt/Frauenärztin, seine Hebamme oder den gewählten Geburtsort wenden. Nur dort kann durch eine individuelle körperliche Untersuchung, wie eine Ultraschall- oder vaginale Untersuchung sicher diagnostiziert werden, um welche Form der Wehen es sich handelt.
Doch einen kleinen Tipp haben wir an dieser Stelle für euch: Oftmals hilft ein warmes Bad dabei, Senk- von Geburtswehen zu unterscheiden. Wenn ihr euch unsicher seid, welche Wehen ihr verspürt, füllt eine Badewanne mit körperwarmem Wasser (36-37 Grad). Legt euch für ca. 10-15 Minuten hinein. In der Regel lassen sich Senkwehen so weg baden, soll heißen sie verschwinden wieder. Geburtswehen hingegen bleiben und werden sogar häufig regelmäßiger und stärker.

Wie lange dauern Geburtswehen?
Jede Frau ist anders und deswegen dauert auch jede Geburt unterschiedlich lang. Häufig startet die Geburt mit größeren Abständen der Wehen, welche dann sowohl in ihrer Frequenz als auch in ihrer Intensität zunehmen, je weiter die Geburt voranschreitet. Früher hat man gesagt, dass sich der Muttermund 1cm pro Stunde in der Eröffnungsphase eröffnen sollte. Diese Regel ist inzwischen überholt. Was man allgemein sagen kann ist, dass die ersten Kinder in der Regel etwas mehr Zeit benötigen, als die zweiten, dritten oder vierten (..), wenn alle vaginal geboren wurden. 

MAM Expertinnen

Hebammen Anja & Marie
@hallohebamme

Anja und Marie sind zwei Hebammen aus Heidelberg. Im Jahr 2019 haben sie ihr Herzensprojekt hallohebamme gegründet.

Mit hallohebamme versorgen sie Eltern mit vielfältigen Informationen rund um die Themenfelder Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett über verschiedene Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube sowie einem eigenen Podcast und Blog.

Zudem arbeiten beide angestellt im Kreißsaal einer großen Klinik in Heidelberg und sind auch als freiberufliche Hebammen im Bereich der Vorsorge, Wochenbettbetreuung und mit Kursen tätig.

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